Die Schweizer Blogszene ist nicht gerade klein aber doch verhältnismäßig überschaubar. Eigentlich sind die schweizer Blogger ansonsten den deutschen Blogs recht ähnlich. Wordpress wird recht häufig als System eingesetzt, Freehoster gibt es auch und auch bei den schweizer Kollegen streitet man sich nicht selten in wie fern Blogs überhaupt kommerziell sein dürfen, wie man einen Blog gut gestaltet, wie oft man neue Beiträge bringen sollte und so weiter und so weiter... Kurzum:
Bei der Berichterstattung sind Schweizer-Medien genau so wenig objektiv wie Deutsche Medien. Einen guten Beweis bietet die
. Doch was die Zeitung da so von sich gibt ist nicht nur journalistisch fraglich, sondern auch ein einfach etwas Blog-Bashing von Seiten der konventionellen Medien.
Kurz darauf hatte Barack Obama seinen grossen Auftritt in Berlin. Fernsehen, Zeitungen, Radios, alle berichteten fleissig. Und die Blogger boten: more of the same. Zwei Tage später dreht sich wieder alles um das iPhone. Auch im Oktober können Schweizer Blogs nicht mit eigenen Themen aufwarten. Am meisten geschrieben wurde über Google (457 Artikel), die Finanzkrise (352), das iPhone (212), Obama (134) und Jörg Haider (81). Man muss bis Rang 101 der meist gebloggten Begriffe gehen, um abseits des Mainstreams zu landen: bei «Thinkabout», einem Blogger.
Das schreibt die Sonntagszeitung über die allgegenwärtigen Themen in Blogs. In den herkömmlichen Zeitungen und Fernsehsendern gibt es eine all umgebende Präsenz mancher Themen ja gar nicht. Ein völlig neues Phänomen.
Unterstatements sind ebenso selten wie völlig neue Phänomene. Es mag stimmen das diese Begriffe allgegenwärtig sind, doch das ist in Blogs wie auch vielen anderen Medien der Fall. Es kommt auch darauf an, wie Themen aufgearbeitet werden. Außerdem ist das reine statistische aufzählen auch kein unmittelbarer Beweis für die Allgegenwärtigkeit eines Themas.
Die Sonntagszeitung würde es vermutlich kaum gefallen lassen, wenn ein Blogger behauptet, die Zeitung würde sich einem speziellen Thema zu sehr widmen und darüber hinaus keine eigenen Themen haben. Das ist jetzt eine Behauptung. Doch wenn man eine Zeitungsausgabe der Sonntagszeitung durchforstet findet man sicherlich Begriffe wie Obama, iPhone und Google mehr als nur einmal wieder.
Es kommt auf die Aufarbeitung an. Blogger können sicherlich nicht den professionellen Journalismus ersetzen. Das wollen viele Blogger auch gar nicht, ob man dies als einzelner Blogger auch überhaupt kann ist eine ganz andere Frage. Doch Blogger können die Medienlandschaft bereichern.
Was früher nur als gekürzter Leserbrief zum Vorschein kam - ist die Meinung der einzelnen Menschen. Meinungen sind viel zu häufig zu komplex, zu vielschichtig, als das man sie in 20 Zeilen á 3 Spalten packen könnte. Es gibt halt viel mehr zu sagen, als nur "ja", ein "nein" und ein "ist mir egal". Es gibt auf dieser Welt komplexere Zusammenhänge - und wenn diese nicht nur in einer Kolummne einer Zeitung sondern auch von einer großen Anzahl von Bloggern untersucht und dargestellt werden, dann ist das für die Leser - die schließlich in beiden Medien vorhanden sind - von Vorteil.
Sowohl Blogger, Zeitungen, Fernsehen, Radio und weitere Medien haben den Anspruch dem Publikum die Welt zu erklären. Das dies nicht immer per fachlich korrektem zwanzigseitigen Analysen funktioniert und persönliche Ansichten viel Interessanter sind haben Blogs eine Daseinsberechtigung.
Zeitungen haben jedoch Zugriff auf hochwertigen Content. Welcher Blogger hat denn die finanziellen Mittel um einen Hintergrund-Bericht zum Georgien-Konflikt zu machen? Und welche Zeitung kann es sich erlauben über 30 Seiten nur Leserbriefe abzudrucken?
Das Zeitungen keine Aufmerksamkeit bekommen ist hingegen nicht zu befürchten. Schließlich bloggte man auch
an anderen Stellen eifrig über den Artikel.