Bei manchen Anzeigen im EDV/Internetbereich frage ich mich, was die Anbieter sich davon erhoffen. Da bietet beispielsweise eine SEO-Agentur "Standartservices aus allen Bereichen", ein anderes mal zeigt ein Banner eine lächelnde Frau mit einigen Akten. Beworben werden allerdings outgesourcte Programmier-Leistungen. Dahinter kommt man allerdings erst, sobald man den Mauszeiger über den Banner fährt.
Das alles ist natürlich nicht zielgruppengerecht. Es widerspricht dem Motto der Web-Usibility welches besagt -
Don't let me think. Es lässt den User einfach im ungewissen - und was der User nicht direkt zuordnen kann, dass wird vermutlich auch weniger angeklickt.
Doch Werbung ist im Web verhätlnismäßig günstig. Nicht weil Werbung im Web so viele Leute erreichen kann, nicht weil man keine gedruckten Zeitungen hat, nicht weil es im Internet günstige Vermittlungen geben würde. Vielmehr ist Werbung im Internet so günstig weil man sie recht genau auf die Zielgruppe abstimmen kann. Das funktioniert im klassischen Anzeigenmarkt nur äußerst, äußerst begrenzt. So kann man beispielsweise regionale Produkte zwar auf Plakatwänden in der entsprechenden Region bewerben, sobald es allerdings um genauere Zielgruppen geht sieht es im klassischen Bereich düster aus. Es gibt eine hohe Streuquote. Die tritt im Internet einfach nicht so stark auf, dennoch ist sie recht gering. Zudem wird im Internet bei vielen Programmen per Lead - also pro Verkauf Provision bezahlt - oder per Klick. In der der Praxis gibt es auch einige Mischformen. Werbung die keine Käufer oder zumindest interessierte anlockt, kostet also verhältnismäßig wenig.
Deshalb kann man sich die Streueffekte ruhig erlauben. Für Seitenbetreibende ist dieser Zustand natürlich eher ungünstig und so sind selbst die Einnahmen von Top-Bloggern gemessen an der Reichweite eher gering.
Erst wenn Seitenbetreibende druck ausüben werden wohl sinnlose Banner und unverständliche, unpräzise Anzeigentexte verschwinden. Bis es soweit ist wird sich allerdings noch viel im Bereich des eBusiness verändern.